Der Rote Faden
Wir nähern uns dem Höhepunkt des naturwissenschaftlichen Welterklärens – zumindest was den Beitrag der Wissenschaft zum Bild von Menschen angeht.
Vorweg eine Warnung: Dies wird ein etwas längeres Kapitel! Der Grund dafür ist die zentrale Bedeutung, die dem neurowissenschaftlich begründeten Menschenbild hinsichtlich der späteren Diskussion über gesellschaftliche Fragen innewohnt. Wie wir sehen werden, ist inzwischen das Feld der Hirnforschung der Ort, wo (zumindest wissenschaftlich) über die großen existentiellen Fragen des Menschseins – z.B. die Willensfreiheit – entschieden wird.
Wer sich nicht mit der hier vorgeschlagenen Intensität in die komplexe Materie hineinarbeiten möchte, findet hier ein Resümee dieses Kapitels.
(Noch eine Vorbemerkung zu meinem Argumentationsstil: Da mir dieses Thema besonders naheliegt, formuliere ich hin und wieder etwas polemischer als gewohnt. Ich bitte mir das nachzusehen. Mein Gehirn brauchte das wohl…).
Tipp: Besonders interessant ist die Rückmeldung über Ihre eigene Haltung zu diesem Thema, wenn Sie den Test vor dem Lesen durchführen.
Seitdem die unmittelbaren Zusammenhänge zwischen neuronalen Prozessen im Gehirn und dem Erleben und Verhalten nicht nur vermutet, sondern auch detailliert untersucht und bildhaft dargestellt werden können, klopfen sie alle an der Tür der interdisziplinären Zusammenarbeit: die Philosophen, die Psychologen, die Anthropologen – und natürlich auch die anderen Zweige der Biologie. Das Gehirn und seine Erforschung war und ist der große Sieger im Wettstreit um die Aufmerksamkeit von Geldgebern, der wissenschaftlichen Community und der interessierteren Öffentlichkeit. Dazu tragen auch die z.T. spektakulären modernen Methoden und Experimente bei (die hier aus Platzgründen nicht weiter dargestellt werden können; s. Rezensionen).
Aspekte eines neurowissenschaftlichen Menschenbildes
Lassen sich aus den Forschungen und Theoriebildungen der Forscher ein Set von neurowissenschaftlichen Grundaussagen und so etwas wie ein neurowissenschaftliches Menschenbild extrahieren? Ich versuche es einmal:
Der (philosophische) Streit um den Dualismus hat sich erledigt! Die nachweisbaren Beziehungen zwischen spezifischen neuronalen Erregungsmustern und bestimmten geistigen Prozessen (Wahrnehmungen, Gedanken) ist so eng und eindeutig, dass kein ernsthafter Mensch noch von einem „immateriellen“ Geist als eigener Instanz ausgehen kann. Unser Geist entsteht im Gehirn, wächst mit ihm, erkrankt mit ihm – und stirbt auch mit ihm; alles andere ist metaphysische Spekulation ohne jede empirische Grundlage.
Alle Bewusstseinsprozesse – seien es Gedanken, Selbstreflexionen, Wünsche, Pläne oder Erinnerungen – beruhen auf der Aktivität komplexer neuronaler Netze, die durch das jeweils spezifische Zusammenspiel von Millionen von Neuronen generiert werden. Jedes einzelne dieser Nervenzellen erhält von bis zu 10.000 anderen Neuronen Signale und gibt selbst Impulse an eine ähnliche Anzahl anderer Neurone weiter. Wir tragen in jedem unserer momentan ca. 8,4 Milliarden Schädel den mit Abstand komplexesten Materie-Haufen, auf den wir bisher bei der Erforschung der Welt und des Kosmos gestoßen sind. In diesem – rein biologischen – Sinne stellt das menschliche Gehirn tatsächlich so etwas wie die „Krone der Schöpfung“ dar (wenn man „Schöpfung“ als Ergebnis der Evolution versteht). Wir Menschen sind also durchaus einzigartig – und das haben wir ganz eindeutig unserem Gehirn zu verdanken.
Gleichzeitig sind grundlegenden Strukturen und Prozesses unseres zentralen Nervensystems schon in sehr einfachen Tieren angelegt und es ist inzwischen unzweifelhaft nachgewiesen, dass sich auch die höchsten kognitiven Funktionen – bis hin zum Ich-Bewusstsein – stufenweise in einem evolutionären Prozess ausgebildet und weiterentwickelt haben. Wir stehen also auch mit unseren edelsten und kreativsten Potentialen in engster Verbindung mit unserem biologischen Stammbaum. Es gab keinen qualitativen Sprung, keinen „göttlichen Funken“ der uns von unserem tierischen Ursprung auf eine neue und einzigartige Seinsebene befördert hat.
Eine vergleichsweise neue Erkenntnis bezieht sich auf die enorme Plastizität, also die Veränderungsfähigkeit unseres Gehirns. Während noch vor wenigen Jahrzehnten sicher zu sein schien, dass im erwachsenen Gehirn fast nur noch – mehr oder weniger drastische – Abbauprozesse vonstattengingen, ist inzwischen nachzuweisen, dass sich das Gehirn lebenslang an die jeweiligen Anforderungen anpasst. So verändert nicht nur das Erlernen eines Instrumentes oder einer neuen Sprache die neuronalen Strukturen und Aktivitätsmuster – wir können heute sogar sicher davon ausgehen, dass jede Aktivität und jede aufgenommene Information dauerhafte Spuren in unserem Gehirn hinterlassen. Also z.B. auch das Lesen dieses Text-Abschnittes.
Macht uns unser komplexes Gehirn frei?
Die erste Antwort ist relativ banal und eindeutig: Unser zentrales Steuerungsorgan macht uns zu einem extrem flexiblen Wesen, das sich an die verschiedensten Umweltbedingungen und Herausforderungen anpassen kann.
Die zweite Überlegung hat es jedoch in sich: Bedeutet diese Erkenntnis, dass wir unser Gehirn sozusagen „erziehen“, also umprogrammieren können? Können wir uns auf diese Weise aus der Abhängigkeit (Determiniertheit) durch Prägungen und Vorerfahrungen befreien, indem wir einfach Dinge tun (z.B. auf eine bestimmte Art denken, nämlich „positiv“), die Strukturen und Abläufe im Gehirn zielgerichtet verändern? Lugt da also Autonomie und Freiheit um die Ecke – in den sonst zu strengen Kausalitäten der Neuro-Labore? Die klare Antwort darauf lautet „Jein!“
Zwar ist es richtig, dass es nachhaltige Auswirkungen auf unser Gehirn hat, wenn wir eine lästige Gewohnheit ablegen oder uns endlich dazu aufgerafft haben, jeden Morgen mit einem Gymnastik-Workout zu beginnen. Wir können also durch unsere Entscheidungen unser Gehirn beeinflussen.
Aber wer oder was hat uns dazu gebracht, darüber nachzudenken, die Entscheidung zu fällen und sie dann auch umzusetzen? Gibt es da einen kleinen Steuermann (eine Steuerfrau) in unserem Gehirn, der/die – sozusagen auf einer höheren Ebene – die Befehle gibt und so das „restliche“ Gehirn zum Umlernen zwingt?
Das führt uns zum nächsten Punkt:
Nutzt unser „ICH“ unser Gehirn?
Alle mir bekannten Forscher sind sich einig darüber, dass es zwar in der Verschaltungsarchitektur unseres Gehirns eine hierarchische Struktur gibt, die von der Informationsaufnahme einer einzelnen Sinneszelle bis zur kognitiven Bedeutungszuschreibung durch bestimmte Areale des Vorderlappens unseres Großhirns reicht. Genauso eindeutig ist allerdings auch die Überzeugung, dass im Gehirn keine interne zentrale Steuerungsinstanz auszumachen ist, die das Kommando über den Rest innehaben könnte. Es gibt keine morphologische (strukturelle) oder funktionale Repräsentanz eines „ICHs“, also eines internen Entscheidungszentrums. Alles, was zu beobachten ist, sind mehr oder weniger synchronisierte hochkomplexe und weit verzweigte Erregungsmuster. Auch unser ICH(-Gefühl) ist das Ergebnis der Aktivität dieser „ganz normalen“ neuronaler Netze. Bewusstes Erleben und Entscheiden bedeutet nach jetzigem Forschungsstand, dass diese Erregungsmuster auf eine besondere Art gemeinsam oszillieren (also sozusagen in einer besonderen Synchronizität und Frequenz schwingen).
Das so angenehm wirkende (Selbst)Bild von einem autonomen, selbstbestimmen ICH, das sich sozusagen seines Gehirns als eine Art Werkzeug bedienen kann, verliert seine Strahlkraft und löst sich in einem Brei von ziemlich unansehnlichen groben Pixeln auf. Das, was wir als „Selbst“ erleben, ist im Prinzip genauso ein Ergebnis biologisch bestimmter elektrochemischer Vorgänge wie die reflexhafte Reaktion auf einen Schmerzreiz.
Also zurück zu dem Beispiel der geplanten Umprogrammierung unseres Gehirns: Wir können der Einheit zwischen neuronalen und bewussten Prozessen also nicht entkommen. Wir können also nicht ohne unser Gehirn entscheiden, diesem Gehirn jetzt zielgerichtet neue Erfahrungen zukommen zu lassen. Die Entscheidung, das zu tun, ist ja notwendiger Weise selbst das Ergebnis eines neuronalen Prozesses, der nur stattfinden konnte, weil all die dazu notwendigen Vorerfahrungen Spuren in unseren „Verdrahtungen“ hinterlassen haben. Wir denken nicht mit Hilfe unseres Gehirns, wir denken als Gehirn. Unser Gehirn denkt uns und hat eine solche Komplexität erreicht, dass wir dieses Denken als bewussten Prozess empfinden können – was wir immer wieder als kleines Wunder erleben. Als denkende, fühlende und handelnde Wesen haben wir kein Gehirn, sondern sind unser Gehirn!
Macht das Gehirn unser ICH?
Ich schlage Ihnen dazu ein ganz einfaches Selbstexperiment vor: Beobachten Sie einmal, wie Ihre Gedanken entstehen. Wie oft nehmen Sie sich vor, etwas zu denken? Wie oft kommt ein Gedanke wie von selbst? Ist es nicht erstaunlich, dass diese frappierende Alltagserfahrung auf unser Selbstbild als „Herr unseres Bewusstseins“ so wenig Auswirkungen hat?
Die Einheit von Gehirnprozessen und Erleben lässt sich nicht nur aus Experimenten mit bildgebenden Verfahren ableiten. Auch bestimmte Missbildungen, Verletzungen, Abbauprozesse und psychische Erkrankungen stellen eine riesige Quelle von Hinweisen dafür dar, wie unlösbar die Funktionsweise bestimmter Gehirnareale mit dem Erleben und Verhalten verbunden ist. Inzwischen gibt es kaum noch einen Zweifel daran, dass psychische Störungen wie Depression, Schizophrenie und Autismus in erster Linie Erkrankungen des Gehirns sind. Neueste Forschungen mit neuronalen Organoiden (aus Stammzellen gezüchtetes Gehirngewebe) lassen inzwischen sogar die gezielte Modellierung neuronaler Erkrankungen zu.
In gewisser Weise erlebt die Psychoanalyse, die von der akademischen Psychologie lange Zeit eher belächelt wurde, im Rahmen der Neuropsychologie ein (begrenztes) Comeback. Dies betrifft insbesondere die Bedeutung von unbewussten Vorgängen in unserem Gehirn. Aus zahlreichen Forschungsansätzen ist inzwischen bekannt, in welchem Ausmaß unsere emotionalen Reaktionen, unsere Entscheidungen, unsere Bewertungen und unser Verhalten durch Prozesse beeinflusst werden, die unserem vermeintlich so autonomen ICH nicht zugänglich sind. Besonders spannend ist dabei, dass Versuchspersonen die von ihnen nicht wahrgenommenen Einflüsse häufig mit im Nachhinein erfundenen „vernünftigen“ Gründen erklären. Diesen Effekt findet man übrigens auch bei der Erforschung von sog. „Split-Brain“-Phänomenen: Auch hier liefert unser Bewusstsein problemlos Erklärungen für eigentlich irrationale Verhaltensweisen, die sich aus der getrennten Wahrnehmung der beiden Hirnhälften ergeben.
Auch aus solchen Befunden ergeben sich massive Zweifel daran, dass unser bewusstes Selbst tatsächlich die oft beschworene entscheidende Steuerungsinstanz sein kann. Auch wenn man Schätzungen auf einen Anteil von 95% zugunsten der unbewussten Vorgänge kaum verifizieren kann, sprechen doch alle Befunde dafür, dass unser Bewusstsein nur die berühmte Spitze des Eisberges erfasst. Die Hintergrund-Leistungen, die unsere neuronalen Netze zur Vorbereitung einer Entscheidung oder eines Verhaltens vollbringen, unterliegen nicht unserer bewussten Kontrolle (genauso wenig übrigens, wie alle Faktoren die die ursprüngliche Ausgestaltung unseres Gehirns bestimmt haben).
Warum sind wir trotzdem so sicher, dass hier ein selbstbestimmtes ICH das Kommando hat?
Wer entscheidet?
Die meisten von Ihnen haben es längst erkannt: Wir nähern uns mit großen Schritten der Frage, was die Neurowissenschaften zu dem großen und emotional aufgeladenen Thema „Willensfreiheit“ zu sagen hat (eine Gesamtbetrachtung dieses Themas erfolgt an anderer Stelle).
Starten wir mit dem vieldiskutierten LIBET-Experimenten: Sie wiesen – übrigens anders als vom Forscher geplant – nach, dass ein Handlungsimpuls bereits messbar war, bevor eine bewusste Entscheidung (für eine bestimme Bewegung) getroffen wurde. Das Bewusstsein wurde also – so könnte man es knackig formulieren – erst im Nachhinein über die auf unteren Instanzen bereits getroffene Entscheidung informiert; autonom wäre also das Gehirn und eben nicht das bewusste ICH.
Verständlicher Weise erregte diese mögliche Interpretation erhebliches Aufsehen und führte zu Widerspruch. Kritik wurde sowohl am methodischen Aufbau der Experimente (u.a. bzgl. der Messgenauigkeit) als auch an der Bewertung der Befunde („keine typische Situation für das Konzept der Willensfreiheit“) geäußert. Allerdings haben in der Zwischenzeit (die ursprünglichen Experimente fanden in den 80er Jahren statt) auch verfeinerte Messmethoden die Befunde untermauert. Wie der profilierte deutsche Entwicklungsneurobiologe Gerhard ROTH (2021) ausführt führt die zur Rettung der Willensfreiheit ins Feld geführte These, dass Handlungsimpulse zwar unbewusst ausgelöst würden, diese aber noch durch ein (im letzten Moment erfolgendes) „Veto“ beeinflusst werden könnten, ins Leere: natürlich gehe auch einem solchen Entscheidungsimpuls wiederum eine (nicht sofort bewusste) neuronale Aktivität voraus.
Dass sich die Schutzpatrone der „mentalen Kausalität“ (also der autonomen Entscheidung) inzwischen auf nicht nachweisbare kleinste Kräfte zurückziehen – oft geschickt verpackt in die Unschärfe-Phänomene der Quantenmechanik – macht ihre Position aus Sicht von ROTH nicht gerade glaubwürdiger. Er sieht die Neurobiologen auf einem guten Weg hinsichtlich des Nachweises, dass eine Handlung bereits auf neuronaler (vorbewusster Ebene) mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagbar wird.
So könnte es tatsächlich langsam eng werden für das Menschenbild vom „willensfreien“ ICH…
Kritik am neurowissenschaftlichen Menschenbild
Nun wird es wohl Zeit, sich mit einigen Einwänden gegen das sich hier (versuchsweise) skizzierte neurowissenschaftliche Menschenbild zu befassen. Kritiker benutzen in diesem Zusammenhang gerne den (Kampf-)Begriff „Neuroreduktionismus“: Diese Formulierung lässt ja schon durchblicken, dass da wohl eine Clique fanatischer Hirnforscher mit ihrem laborgetrübten Tunnelblick ganz offenbar wichtige Aspekte übersehen hat.
Alternative neurowissenschaftliche Sichtweisen
Längst nicht alle Hirnwissenschaftler vertreten einen radikalen Determinismus und bestreiten damit weitgehend bzw. vollständig unsere Fähigkeit, „freie“ Entscheidungen zu treffen. Mit „frei“ sind übrigens in der Regel nicht etwa Entscheidungen gemeint, die völlig willkürlich und ohne jeden Bezug zu der Lebensgeschichte einer Person stehen (welchen Sinn sollte so etwas haben?); das Kriterium wäre eher die Feststellung (Überzeugung), dass man – auch bei genau gleichen Voraussetzungen – hätte anders handeln können (es also keine kausale Festlegung gab außer der autonom getroffenen Entscheidung selbst).
Wie oben schon angedeutet hat beispielsweise MITCHELL ein „Freiheits-Modell“ dargelegt, das aus vier Stufen besteht:
Zunächst geht er physikalisch-biologisch davon aus, dass in hochkomplexen biologischen Systemen (wie in unserem Nervensystem) eine Art „Grundrauschen“ herrscht, in dem kleineste Abweichungen und zufällige Interaktionen auf Mikro-Ebene gewisse „Lücken“ in der Abfolge von Kausalketten entstehen lassen.
Darüber hinaus weist er darauf hin, dass lebende Systeme durch ihre besondere Organisationsform und ihre evolutionären Ziele eigene kausale Wirkung entfalten könnten, die sich nicht auf die Grundgesetze der Teilchenphysik reduzieren ließen.
Dann kommen die hierarchisch gegliederten Zentren dazu, in denen (externe und innere) Informationen ausgewertet, integriert, auf der Basis von Vorerfahrungen und den aktuellen Zielen priorisiert werden. Aufgrund unserer Möglichkeit, diese Abwägungsprozesse selbst zum Gegenstand bewusster Reflexionen zu machen – so argumentiert der Autor – entständen neue, zusätzliche Freiheitsgrade; genau dies sei ja bei der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu beobachten, genauso wie die Einschränkung dieser Funktionen bei Störungen bzw. Erkrankungen im Gehirn.
Und zuletzt plädiert er für die Sichtweise, dass es zwar neben der neurologischen auch eine psychologische Prägungsgeschichte gäbe, diese aber noch genug Raum für die Freiheit des Wollens und des Handelns ließe.
Während die ersten beiden Thesen problemlos nachzuvollziehen sind, gibt es notwendige Ergänzungen zu den anderen beiden:
Sicher gibt es diese immer abstrakteren und bewussteren Entscheidungszentren; das bedeutet aber keineswegs, dass die dort eingehenden Informationen (z.B. über Ziele, Motive, Vorerfahrungen) „neutral“ wären, also selbst keine kausale Vorgeschichte hätten. Zum anderen sind ja Art und Funktionsniveau dieser Zentren ebenfalls von vorausgehenden Bedingungen abhängig – sowohl grundsätzlich (Reifegrad, Differenziertheit) als auch situativ.
Die Beurteilung des Ausmaßes der „psychologischen“ Determiniertheit durch die individuelle Biografie erscheint sehr willkürlich; wie schon erwähnt, sehen andere Experten diesen Punkt völlig anders.
Bedeutung anderer biologischer Steuersysteme
Menschliches Denken, Fühlen und Handeln wird nicht nur über die Aktivität der „grauen Zellen“ in unserem Schädel bestimmt. Unser Gehirn ist in extrem komplexen interaktiven Schleifen mit anderen Regulationssystemen unseres Körpers verbunden. Dazu gehören – neben dem peripheren und autonomen Nervensystem – insbesondere das hormonelle (endokrine) System, das Zusammenspiel der Neurotransmitter und die Interaktion in der sog. „Darm-Hirn-Achse“, bei der lokale neurale Zentren genauso eine Rolle spielen wie das Mikrobiom (die Zusammensetzung der Mikroorganismen) in unserer Darmflora. Kein Neurowissenschaftler würde die Bedeutung all dieser Faktoren kleinreden oder gar übersehen.
Trotzdem möchte ich die Konzentration auf das ZNS (zentrale Nervensystem) rechtfertigen: Wir behandeln ja hier schwerpunktmäßig die Frage, wie autonom oder wie determiniert menschliches Empfinden und Entscheiden ist. Geht es dabei um bewusstes Erleben und Verhalten (so wie es die Vertreter der Autonomie ja betonen), würde das ja voraussetzen, dass sich der Output der anderen Steuerungssysteme (Hormone, usw.) irgendwie in den neuronalen Netzten niederschlägt, die unsere kognitiven (bewussten) Prozesse ermöglichen. Also bliebe letztlich das Verhältnis zwischen Neuronen und bewusstem Erleben der entscheidende Punkt (was auch sonst immer vorher beteiligt war).
Sollte jetzt jemand argumentieren wollen, dass es vielleicht unmittelbare Einwirkungen auf unbewusste Aspekte unserer Entscheidungsfindung geben könnte (wie immer das ohne Gehirnbeteiligung möglich sein sollte) – dann wäre dies für unseren Disput irrelevant: Solche unbewussten (und damit dem autonomen Willen entzogenen Wirkungen) sollen ja gerade bestritten werden – also wäre das ein Eigentor.
Weiter erscheint deshalb die pointierte Formulierung vertretbar: Unser Gehirn denkt, fühlt und handelt (und zwar bewusst und unbewusst). Es kann seine Aufgabe natürlich nicht ohne Zuarbeit der anderen biologischen Systeme erfüllen. Richtig ist auch, dass diese anderen Systeme (bis hin zur Darmflora) Einfluss auf das Geschehen im Gehirn haben: Alles, was auf irgendeine Weise in den komplexen Mechanismen der neuronalen Netze einwirkt, hat Einfluss. Das ändert aber nichts daran, das alles Gefühlte, Gedachte und Getane vorher in unserem Gehirn repräsentiert sein muss. Nur in dem Ausmaß, in dem wir Kontrolle über diese Prozesse hätten, wären wir im neurowissenschaftlichen Sinne autonom und frei.
Emergenz und Chaos
In jeder Diskussion über den Neuroreduktionismus fällt irgendwann der Begriffe „Chaotische Systeme“ und „Emergenz“. Damit ist gemeint, dass in komplexen Systemen mit nicht-linearen Interaktionen (z.B. beim Wetter) auf höheren Organisationsebenen Phänomene entstehen, die nicht aus einer Analyse der Einzelbestandteile dieses Systems abgeleitet werden können und – vor allem – nicht sicher vorhergesagt werden können. Bleiben wir beim Beispiel: Wetter besteht aus den Elementen Luft-Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Thermik, Luftdruck, Windgeschwindigkeit, Wassertemperatur, usw. Es bedarf vieler Messstationen, großer Datenmengen, riesiger Rechenkapazitäten und hochkomplexer theoretischer Modelle um daraus z.B. das Risiko eines Tornados berechnen zu können. Und diese Tornado-Wahrscheinlichkeit setzt sich eben nicht aus den Einzelkomponenten zusammen, sondern kommt durch Wechselwirkungen und Kreisläufe zustande, die erst in dem System entstehen. Das alles ist einleuchtend.
Man kann nun mit Recht darauf hinweisen, dass die Ergebnisse des extrem komplexen Zusammenspiels von neuronalen Netzen, die jeweils aus Verbindungsmuster zwischen Millionen Einzelzellen bestehen, sicher nicht durch noch so gründliche Erforschung der Funktionsweise von einzelnen Neuronen erklärbar wird. Da muss man schon auf die größeren Einheiten schauen und Modelle für die Wechselwirkungen auf höheren Ebenen entwickeln. Die Frage ist nur, ob irgendein als „Neuroreduktionist“ bezeichneter Hirnforscher das bestreiten würde (ich kenne keinen).
Die eigentliche Frage ist, welche zusätzlichen Annahmen sich hinter dem Begriff „Emergenz“ noch verbergen. Eine solche Annahme könne z.B. sein, dass emergente Phänomene das Kausalitätsprinzip des klassischen physikalischen Weltbildes außer Kraft setzen (vgl. dazu diese Ausführungen). In Bezug auf das Wetter würde man mit etwas Nachdenken darauf kommen, dass die „Unvorhersagbarkeit“ nicht dadurch entsteht, dass hier keine physikalischen Kausalitäten mehr gelten. Es ist nur einfach so, dass es eine unüberschaubare Zahl von – z.T. sehr kleinen – Einzelfaktoren gibt und ihr Zusammenspiel sehr komplex ist. Kein Klimawissenschaftler würde aber ernsthaft behaupten wollen, dass sich die Dinge außerhalb der bekannten Naturgesetze abspielten. „Chaotische“ Systeme sind also keine Systeme jenseits der physikalischen Ordnung oder Kausalität, sondern schlichtweg extrem komplizierte Prozesse und Gebilde, in denen auch minimalste Unterschiede in Ausgangsbedingungen enorme Folgen haben können.
Was genau spräche dagegen, diese naheliegende Sichtweise auch auf das chaotische und emergente System Gehirn zu übertragen? Gibt es wirklich einen Erklärungsansatz, der mehr Evidenz in die Waagschale werfen könnte?
Man könnte vermuten, dass das Prinzip der Emergenz deshalb bei einigen Autoren so beliebt ist, weil man in dem so unüberschaubaren und sich selbst organisierenden „Durcheinander“ mal eben schnell und unauffällig liebgewonnene Zusatzelemente unterbringen und damit retten kann: Wenn alles so komplex ist, warum solle da nicht noch Platz für eine Prise Willensfreiheit sein? Schließlich weiß man ja alles sowieso nicht so genau…
Ob so eine Argumentation wirklich intellektuell redlich ist, darf wohl bezweifelt werden. Zumal in ein solches „Einfallstor“ flugs auch esoterische oder metaphysische Ideen Einzug halten könnten – und schon haben wir wieder eine irgendwie geistig-immaterielle Ebene außerhalb der erforschbaren Welt.
Unklare Richtung der Verursachung
Gelegentlich wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Feststellung eines Zusammenhangs (zwischen neuronalen Prozessen und Bewusstseinsinhalten) noch nichts darüber aussage, in welche Richtung die Kausalität besteht. Könnte also nicht der „geistige“ Prozess (also z.B. ein Gedanke) der Anlass (Grund) dafür sein, dass dann mein Gehirn bestimmte neuronalen Verschaltungen aktiviert?
Da muss man vielleicht einmal tief durchatmen und sich kurz sortieren.
Hinter diesem Gedanken steht ja letztlich die Annahme, dass etwas irgendwie Geistig-Psychisch-Bewusstseinsmäßiges zunächst (wenn auch nur ganz kurz) ohne Beteiligung der neuronalen Basis existiert, um dann genau diese (zugehörige) Basis auszulösen. Das ist nur schwer vorstellbar. Zudem gibt es jede Menge Untersuchungsbefunde, in denen Bewusstseinsinhalte (Bilder, Gefühle, usw.) durch gezielte Stimulation bestimmter Nervenzellen ausgelöst wurden.
Es ist offenbar nicht ganz einfach, sich wirklich auf den Gedanken einzulassen, dass der neuronale Prozess und der erlebte Bewusstseinszustand schlichtweg identisch sind; es gibt kein Davor oder Danach. Unser Gehirn steuert durch Aktivierung bestimmter Nervennetze in jedem Moment unseres Daseins sehr viele innere Prozesse und automatisierte (z.B. motorische) Abläufe. Manchmal wird das Bewusstsein sozusagen „dazugeschaltet“, ist aber selbst abhängig von den dafür typischen synchronisierten Erregungsmustern.
Wenn wir einen Gedanken denken, dann basiert der auf bestimmt neuronalen Prozessen; wenn wir uns entscheiden, über etwas nachzudenken, dann beruht diese Entscheidung auf neuronalen Prozessen. Es gibt keine Lücke zwischen dem Entscheiden und dem, was unser Gehirn in diesem Moment tut (allerdings gibt es – wie oben gezeigt – eine kleine zeitliche Lücke zwischen der vom Gehirn getroffenen Entscheidung und dem bewussten Erleben dieser Entscheidung).
Die Bedeutung externer Faktoren
Im Rahmen des Reduktionismus-Vorwurfs wir auch darauf hingewiesen, dass schließlich das menschliche Erleben und Verhalten das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedenster Einflussfaktoren sei, von denen viele außerhalb des Körpers – nämlich in der Umwelt, der Kultur, der Gesellschaft, usw. lägen. Es sei daher einseitig und geradezu scheuklappenartig immer nur auf das Gehirn zu starren.
Ich will es diesmal kurz halten: Ja, das mit den anderen Einflüssen stimmt exakt. Nur ist das gar nicht der Streitpunkt. Die Neurowissenschaften machen nur darauf aufmerksam, dass alle anderen Einflüsse irgendwann im Gehirn ankommen und ihre Auswirkung auf uns durch die Vermittlung neuronaler Netze laufen. Kultur und Umwelt können (wie alles andere) nur in dem Ausmaß auf uns wirken, wie sie in unserem Gehirn eine Repräsentation finden (als Erinnerungsspur, als emotionales oder traumatisches Muster, als gebahntes abstraktes Konzept – wie auch immer).
Wirklich verrückt wäre es, wenn jetzt Neurowissenschaftler vorschlagen würden, man solle nicht mehr über gesellschaftliche, soziale oder kulturelle Einflüsse reden oder forschen, sondern nur noch MRT-Scans von aktiven Gehirnen machen, die z.B. gerade eine politische Meinung hören.
Das wäre in der Tat ein Reduktionismus – nur habe ich davon noch nirgends gehört oder gelesen.
Das Gehirn als soziales Organ
In eine ähnliche Richtung weist der Verwurf, die Hirnforschung sei zu individualistisch ausgerichtet und verkenne die Tatsache, dass das Gehirn in Wahrheit ein soziales Organ sei. Forscher wie SIEGEL, SCHORE, IACOBONI und LIEBERMANN haben die Rolle der sozialen Interaktion für die Entwicklung und Gesunderhaltung des Gehirns hervorgehoben.
Auch das ist ohne Zweifel richtig und sollte in die Erforschung und Erklärung der Funktionsweisen unseres Denkorgans mit einbezogen werden. Aber bestreitet das wirklich jemand?
Die geistige und kulturelle Welt entzieht sich der neurowissenschaftlichen Erforschung
Die (in der Überschrift skizzierte) Haltung hat schon ein anderes Kaliber. Sie wirft die prinzipielle Frage auf, ob geistig-kulturelle Erzeugnisse und deren Auswirkungen ein Teil der materiellen Welt sind, oder sie den Analyseinstrumenten der Naturwissenschaften grundsätzlich entzogen sind (und sein sollten).
So kämpft der (oft ziemlich selbstverliebt wirkende) Philosoph Markus GABRIEL mit viel Eifer und machtvollem Wortgeklingel gegen einen Naturalismus, der mit seiner naturwissenschaftlichen Erforschung den menschlichen Geist mehr oder weniger zunichtemache und damit die menschliche Freiheit schlechthin in Frage stelle. Die neurowissenschaftliche Untersuchung der als so edel empfundenen Denkprozesses betrachtet er als „Selbstverfehlung“ des Menschen, der sich damit einem zerstörerischen Zeitgeist ausliefere.
Muss man es also wirklich so hoch hängen? Warum löst es also so viel Angst und Wut aus, wenn die Funktionsweise des menschlichen Gehirns nach und nach entschlüsselt wird? Geht es nicht letztlich um die letzte große Kränkung – nach der Vertreibung aus dem Paradies, dem Ende des geozentrischen Weltbildes und der Entdeckung der Evolution? Es erscheint mir sehr wahrscheinlich, dass die Heftigkeit der Kritik am Naturalismus der Hirnforschung keine Intellektuelle, sondern eine emotionale Basis hat – die Angst vor einem Identitätsverlust droht!
Sollen wir deshalb aufhören, das Gehirn zu erforschen?
Was ist jetzt mit der eigenen geistig-kulturellen Welt? Auch sie existiert für uns nur, weil auch Begriffe und Konzepte in unseren neuronalen Netzen eine materielle Grundlage haben. Die Bedeutung, die diese für unser Erleben haben, sind in unserem Gehirn physiologisch repräsentiert und können nur deshalb auch Einfluss nehmen (z.B. auch als Selbstbild eines autonomen Menschen). Für die Beschreibung dieser Ideen und Konzepte eignet sich weiterhin die normale Sprache und die geisteswissenschaftliche Theoriebildung deutlich besser als ein Muster von Erregungspotentialen eines Gehirnareals. Wer jemals etwas Anderes gesagt oder vorgeschlagen hat, ist eindeutig übers Ziel hinausgeschossen.
Nochmal genauer: Ja, auch die geistige Welt der Begriffe, Kategorien, Konzepte und Theorien sind Teil der materiellen Welt. Unser Neokortex ist so komplex geworden, das er irgendwann begonnen hat, bestimmte kognitive Operationen (Wahrnehmen, Zusammenführen, Abwägen, Entscheiden, Vergleichen, Bewerten) nicht nur auf Sinnesreize oder Informationen aus bestimmten anderen „niederen“ Hirnbereichen anzuwenden, sondern auch auf abstraktere Inhalte. So ist eine geistige Welt entstanden, in der wir auf einmal mit Konzepten so mental „spielen“ können, wie es Tiere mit bestimmten motorischen Impulsen tun. So entsteht das „Wunder“ dass ein abstrakter Begriff wie „Liebe“ eine ganze Serie von Reaktionen auslösen kann, obwohl er ja nur aus ein paar schwarzen Linien auf einem Papier oder einer bestimmten Kombination von Schallwellen besteht. Das funktioniert aber nur, wenn das Zielgehirn die Bedeutung erfasst (weil es die Sprache kennt) und gespeichert hat. Und es macht über das Sprachverständnis hinaus mit Sicherheit einen Unterschied, welche Erfahrungen und Gefühle das Gehirn im Bereich Liebe bisher machen konnte.
Die Frage nach dem subjektiven Erleben bleibt unbeantwortet
Irgendwann landet man an diesem Knackpunkt: Die Zweifler und Kritiker werfen den Neurowissenschaften vor, dass sie ja viele raffinierte Experimente, aussagekräftige Befunde und stichhaltige Theorien hätten, aber die eine große Frage nicht beantworten könnten: Wie wird die Schwelle zwischen neurologischen Abläufen und dem eigenen Erleben (von Farben, Schmerz, Liebe oder der eigenen Person) überschritten? Wie kann aus Physiologie bewusstes Empfinden werden?
Manchmal hat man den Eindruck, dass diese Frage den Charakter eines Kippschalters hat: Entweder man hat darauf eine allseits überzeugende Antwort – oder man kann seinen ganzen neurowissenschaftlichen Kram gleich einpacken (egal, was man unterhalb dieser Schwelle so zu bieten hat).
Wenn es vielleicht auch streng genommen gar nicht die Aufgabe der Neurowissenschaft wäre, neben den neuronalen Prozessen und ihrer Verbindung zum Erleben und Verhalten auch noch das Geheimnis der „Qualia“ und damit das „hard problem“ der Bewusstseinsforschung zu lösen, ist es ohne Zweifel das Ziel vieler Forscher; es wäre so etwas wie die Weltformel der Neurowissenschaft.
Zunächst wäre erst mal festzuhalten, dass es nicht das eine Bewusstsein gibt, sondern bewusstes Erleben sich aus mehreren Teilkomponenten zusammensetzt, die auch jeweils in unterschiedlicher Ausprägung und Mischung auftreten können: METZINGER nennt z.B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Gefühle, Farbwahrnehmung, Selbstbewusstsein und Gedanken höherer Ordnung. Außerdem ist heute als gesichert anzusehen, dass sich Bewusstseinsphänomene im Tierreich stufenweise entwickelt haben.
Es gibt mehrere vielversprechende Theorien, die das Entstehen des subjektiven ICH-Erlebens zu erklären versuchen: METZINGERs Ego-Tunnel beschreibt eine Art inneres Repräsentationssystem (das auf einer höheren Ebene sozusagen auf die Repräsentation der Welt in unserem Gehirn schaut); SOLMS leitet die höheren Bewusstseinsstufen sehr anschaulich aus den ganz basalen Grundemotionen (Annäherung/Vermeidung) ab, KOCH hat mit seiner „Integrierten Informationstheorie“ (IIT) sogar ein quantitatives Bewusstseinsmodell angeboten.
Das alles ist sehr spannend und auch ziemlich kompliziert; eine allseits anerkannte Lösung gibt es noch nicht. Wenn man es unbedingt darauf anlegen will, kann natürlich diesen kleinen Spalt zwischen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen und der Besonderheit des inneren Erlebens dafür nutzen, beliebige Zusatzannahmen über bisher unbekannte oder übersehene Kräfte bzw. Mechanismen aufzustellen.
Für die Bedeutung der neurowissenschaftlichen Befunde und des sich daraus ergebenden Menschenbildes spielen diese Detailfragen letztlich keine Rolle – denn es gibt ja schlichtweg kein auch nur annähernd überzeugendes Gegenmodell für das Verständnis unserer geistigen Funktionen.
Das subjektive Erleben entzieht sich tatsächlich einer rein physiologischen Beschreibung. Es ist eine Qualität, die wir versuchen können, begrifflich zu beschreiben; aber das, was wir empfinden, wird sich nie in der Sprache der Physiologie ausdrücken lassen.
Unsere Selbstwahrnehmung und Intuition passen nicht zum Modell
Auch dieser Gedanke ist nachvollziehbar.
Wir erleben uns als steuerndes (planendes, entscheidendes, handelndes) ICH. Es fühlt sich an, als ob wir unser Gehirn als eine Art Werkzeug (wie unsere Arme oder Beine) benutzen, um selbstgesetzte Ziele zu erreichen: Ich will den Raum verlassen, also beauftrage ich mein Gehirn, die (weitgehend automatisierten) motorischen Abläufe zu veranlassen. Für uns alle macht es einen Unterschied, ein Gehirn zu haben und ein SELBST zu sein. Die Behauptung der Neurowissenschaft, dass dieses SELBST auch („nur“) das Ergebnis (anderer, sehr komplexer) Gehirnaktivitäten darstellt, wirkt befremdlich und wenig überzeugend. ICH entscheide doch selbst, wann ich mich in einer Diskussion zu Wort melde – und niemand anderes.
Vielleicht hilft es, sich klarzumachen, dass es einfach keinen Unterschied zwischen dem „ICH“ und meinen neuronalen Prozessen gibt. Die Einzigartigkeit meines ICHs steckt in der Einzigartigkeit der Wechselwirkung zwischen meiner genetischen Ausstattung und all der unzählbar vielen Erfahrungen, die sich in meinem Gehirn (seit meiner Embryonalzeit) manifestiert haben.
Es hatte offenbar einen evolutionären Vorteil, tierische (und später menschliche) Gehirne so komplex werden zu lassen, dass nicht nur eine zentrale Steuerungsinstanz entsteht, sondern dieses Selbststeuerungsgeschehen auch (zumindest in sinnvollen Teilbereichen) dem Erleben bewusst zu machen. So sind auf einer höheren (abstrakteren) Ebene dann „Entscheidungen“ möglich, die dann wiederum andere Routineabläufe auf unteren Ebenen einleiten.
Die entscheidende Frage wäre dann wieder: Entsteht dann auf dieser höheren und bewussten Ebene so etwas wie „Freiheit“ – kann dort also etwas passieren, was nicht vorher schon in unseren neuronalen Netzwerken angelegt und präsent war? Gäbe es – absolut gleiche Ausgangsbedingungen in unserem Gehirn vorausgesetzt – dann die Möglichkeit, anders zu entscheiden (als wir es tatsächlich tun)? Die meisten Neurowissenschaftler würden das wohl verneinen.
Aber ist es wirklich plausibel und begründbar, dass wir durch unsere Fähigkeit, auch uns und unsere Entscheidungsprozesse selbst noch einmal auf Metaebene reflektieren zu können, überhaupt keine zusätzlichen Freiheitsgrade gewinnen? Gibt es nicht eine Sichtweise, die Intuition und Tradition auf der einen Seite mit der naturwissenschaftlichen Logik auf der anderen Seite versöhnen könnte?
Meine Antwort: Ja, die gibt es. Wir entscheiden tatsächlich – und zwar bei bewussten Abwägungen freier und autonomer als jede andere Spezies. Aber: Alles, was in diese Entscheidung einfließt, ist geprägt und bestimmt durch vorangegangene Einflüsse und – was oft übersehen wird – die Strukturen und Funktionalitäten der neuronalen Entscheidungszentren selbst sind Ergebnis von Wirkfaktoren.
Wir greifen aktiv in unsere Umwelt ein
Aber wir wirken doch aktiv auf unsere Umgebung und bestimmen doch mit, welchen Einflüssen wir uns aussetzen!
Dies ist ein sehr beliebtes Argument. Dahinter steht der Gedanke, dass der Mensch (so wie jedes andere Tier) ja nicht nur passiv auf Außenreize wartet, um dann auf sie zu reagieren. Stattdessen gewinnen wir ja schrittweise Kontrolle über unsere Aufenthaltsorte. Nicht nur das: Unsere Handlungen bewirken ja Veränderungen in der physikalischen und sozialen Umwelt – wir gestalten sie also, statt nur ihr „Opfer“ zu sein.
Stimmt! Freiheit gerettet?
Nun, was ist mit unseren Beweggründen (Motiven, Zielen), die uns in bestimmte Richtungen treiben? Woher stammen sie? Warum interessiert uns der Sportverein mehr als der Schachclub? Hat so eine Wahl keine Vorgeschichte?
Dasselbe gilt für die Art und Weise, wie wir in der Umwelt bzw. bei anderen Menschen agieren. Natürlich sind wir ein aktiver Teil der Wechselwirkungen, aber wie wir uns in diese einbringen hat mit unserer Lebensgeschichte zu tun.
Natürlich sind all diese realen Situationen unglaublich komplex: Wir reagieren nicht wie Automaten, die irgendwann mal programmiert wurden. Die prinzipielle Frage handelt davon, ob hinter allem, was wir tun oder lassen, eine Kausalkette (besser eine komplexe Wechselwirkung von Millionen Kausalketten) steht.
Wenn alles determiniert wäre, könnte es ja keine Veränderung geben
Dieser Gedanke lässt einen tatsächlich kurz innehalten: Von einer strengen (absoluten) physikalischen Determiniertheit hatten wir ja weiter oben schon Abschied genommen.
Schauen wir jetzt also auf lebende Systeme: Müsste sich nicht das Leben aller Organismen in einer endlosen Trostlosigkeit wiederholen, wenn niemals neue, autonome Entscheidungen gefällt werden könnten?
Auf ganz allgemeiner Ebene wäre da zunächst der evolutionär so bedeutsame Faktor der Mutationen ins Feld zu führen. Darüber hinaus sind Abläufe in biologischen Systemen so komplex (chaotisch), interaktiv und kontextbezogen, dass eine exakte Vorhersagbarkeit prinzipiell ausgeschlossen erscheint.
Betrachten wir die Sache dann mal eher von der individuellen Entscheidungsfreiheit: Bei einfachen Lebewesen lassen sich tatsächlich bestimmte instinktive, offenbar fest verdrahtete Verhaltensprogramme ausmachen. Eine besondere Veränderungsdynamik lässt sich dort kaum beobachten. Allerdings kann das ganz anders aussehen, wenn Veränderungen in der Umwelt eine Anpassung erforderlich machen: Hier können die Wirkmechanismen der Evolution – zufällige Mutationen und natürliche Auslese anderes Verhalten entstehen lassen.
Bei Menschen sind solche Formen der Anpassung zusätzlich auf höheren Organisationsformen schon eingebaut. Unser Gehirn ist ein sehr sensibles und plastisches Organ; bestimme Bereiche des Neokortex erreichen erst im jungen Erwachsenenalter ihren endgültigen Reifegrad. Die auf ein individuelles Gehirn einwirkenden Einflussfaktoren sind so unbeschreiblich vielfältig und komplex, dass man sicher sein kann, dass kein Mensch vor uns, neben uns oder nach uns jemals einen gleichen neuronalen „Zustand“ erleben könnte, wie wir in diesem Moment. Auch wir werden einen solchen Zustand nie mehr erleben, weil in den letzten Sekunden Millionen von Nervenzellen in einen anderen Erregungszustand geraten sind.
Dieses Geschehen lässt enorm viel Raum für Veränderungen – individuell und gesellschaftlich. Lebende Systeme sind „kausal wirksam“, verändern also den Lauf der Welt.
Ganz sicher ist nicht jeder unserer Gedanken seit Wochen, Stunden oder auch nur Sekunden in einer strengen Kausalität determiniert. Aber: Jeder Gedanke basiert auf Strukturen, Funktionen und Inhalte unseres neuronalen Apparates – hat also eine materielle und historische Basis.
Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich jetzt gerade entscheide, diese Zeilen zu schreiben, ist ganz bestimmt in eine (unendlich lange und komplexe) Kausalkette eingewoben, die letztlich (zu aller größten Teilen) außerhalb meiner Kontrolle lag.
Die gesellschaftlichen Auswirkungen dieses Menschenbildes wären unakzeptabel
Eine kleine Anzahl von Menschen lassen sich bis zu diesem Punkt auf den Gedankengang ein, heben dann aber spätestens jetzt warnend die Hand und sagen ungefähr Folgendes: „Wie soll den bitte eine Gesellschaft funktionieren, die davon ausgeht (zur Kenntnis nimmt), dass es keine Willensfreiheit im landläufig definierten Sinne gibt? Das würde uns alle ins Chaos führen, weil sich niemand mehr für seine Handlungen verantwortlich fühlen würde!“
Zunächst einmal wäre festzuhalten, dass eine These bzw. Theorie nicht allein dadurch inhaltlich falsch wird, dass sie schwierige oder unerwünschte Konsequenzen hätte. Ein solcher Einwand ginge also hinsichtlich der Gültigkeit bzw. Stimmigkeit eines deterministischen Weltbildes an der Sache vorbei.
Meine Erwiderung ist aber eine andere – und sie klingt vielleicht auf den ersten Blick ein wenig abwegig (ist aber durchaus logisch):
Es ist tatsächlich sinnvoll und notwendig, das Konzept der individuellen Verantwortung (für Entscheidungen und Taten) in bestimmten Anteilen aufrechtzuerhalten. Denn dieses Konzept hat Einfluss auf das Bild, das wir von uns machen – und damit z.B. auf unsere Werte, Prinzipien und Motive. Ganz ohne dieses Konzept wären wir tatsächlich andere Menschen und hätten auch andere Gehirne (in denen dieses Konzept dann nicht repräsentiert wäre).
Um es ganz platt zu sagen: Auch Konzepte, die (wenn man sie wirklich zu Ende denkt) nicht stichhaltig sind, haben Einfluss auf unser Denken, Fühlen und Handeln. Das gilt für Konzepte wie „Willensfreiheit“ bzw. „Verantwortung“ genauso wie für „Gott“, „Schicksal“ oder „Zufall“.
Auch ich möchte nicht in einer Welt leben, in der das Prinzip der individuellen Verantwortung überhaupt nicht existieren würde – obwohl ich davon überzeugt bin, dass in einem bestimmten Moment – objektiv betrachtet – keine Wahl und Entscheidungsfreiheit besteht. HARARI würde vielleicht an dieser Stelle sagen: Um miteinander erfolgreich kooperieren zu können, brauchen Gesellschaften grundsätzlich das Narrativ der individuellen Verantwortung.
Allerdings gibt es auch gute Gründe für die umgekehrte Perspektive: Es entsteht ohne Zweifel viel Leid und Ungerechtigkeit dadurch, dass Menschen voreilig und unreflektiert eine Eigenverantwortlichkeit für Situationen (Versagen oder Scheitern bei Aufgaben) bzw. Lebensumstände (fehlender Schulabschluss) zugeschrieben wird, deren Entstehen ganz offensichtlich durch externe Faktoren oder biografisch erklärbar sind und damit außerhalb der eigenen Kontrolle standen. Hier wäre es – wie SAPOLSKY betont – eher ein zivilisatorischer Fortschritt, ganz offensichtlich benachteiligten Menschen nicht auch noch die Schuld für ihre Situation aufzubürden – wie es gerne in der neoliberalen Leistungsideologie, aber auch im Volksmund geschieht („jeder ist seines Glückes Schmied“).
Wie Gesellschaften auf diesem Hintergrund rein praktisch mit den Themen „Verantwortung“, „Schuld“ und „Strafe“ umgehen sollten, diskutieren wir ausführlich im entsprechenden Kapitel des zweiten Teils dieses Projekts.
Resümee
Was bleibt übrig am Ende dieses Kapitels über die Aspekte eines neurowissenschaftlichen Menschenbildes? Bietet uns diese boomende Wissenschaftsdisziplin die notwendige gesicherte Erkenntnisgrundlage, um daraus die Schlussfolgerungen für die Gestaltung unseres sozialen und gesellschaftlichen Zusammenlebens abzuleiten?
Nach einem recht gründlichen Abwägen verschiedener Perspektiven kann wohl festgehalten werden, dass das traditionelle Bild vom autonomen, frei entscheidenden Menschen, der sich seines Gehirns (seiner Vernunft) bedient, um bestimmte vorher definierte Ziele zu erreichen, nicht mehr zu halten ist.
Unser ICH, unser SELBST gibt es nicht als unabhängige, übergeordnete Instanz, sondern es ist das in jedem Moment neu geschaffene Ergebnis extrem komplexer neuronaler Prozesse, die auf der Basis genetisch, biologisch und psychologisch geprägter Strukturen entstanden ist. Zwar haben wir mit unseren höheren kognitiven Funktionen und mit der Fähigkeit zur Selbstreflexion eine zusätzliche Ebene von Abwägen und Entscheiden gewonnen, das Ausmaß und die Art wir davon Gebrauch machen können, ist aber selbst wiederum von vorangegangenen Einflüssen abhängig.
Ohne Neurowissenschaften geht gar nichts mehr. Das bedeutet aber nicht, dass alle Phänomene und Wirkfaktoren für menschliches Verhalten in neurologischen Begriffen und Prozessen beschrieben und diskutiert werden müssten/könnten. Wenn wir anerkennen , dass auch – im Gehirn repräsentierte – abstrakte Konzepte eine Wirkmacht auf Erleben und Verhalten haben, dann gibt es keinen stichhaltigen Grund dagegen, Prozesse und Strukturen in unserer Welt mit Hilfe solcher sprachlichen Konzepte zu beschreiben und zu sortieren. Wir sollten nur nicht vergessen, dass solche – z.B. psychologischen oder psychoanalytischen – Ideen nur pragmatische Hilfskonstrukte darstellen, die nur dadurch wirken, dass sie reale Spuren in unseren neurologischen Mustern hinterlassen.
Zum Weiterdenken
Wo stehen Sie nach dem Lesen dieses Kapitels? Ist Ihnen die Neurowissenschaft vertrauter oder unheimlicher geworden?
Worüber würden Sie mit einem Hirnforscher am liebsten diskutieren? Was sollte mit besonderem Vorrang erforscht werden?
Verändert es das Gefühl zu ihrem „Selbst“, wenn Sie neue Perspektiven auf die funktionsweise Ihres Gehirns bekommen?
Relevante Rezensionen
Vorläufer-Themen
Was macht den Wesenskern des Menschen aus? Was macht ihn zum Menschen? Welche Stellung hat er im Universum?
War und ist alles in unserem Universum festgelegt und vorherbestimmt? Läuft seit Milliarden Jahren alles ab wie ein riesiges Uhrwerk?
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Nachfolge-Themen (Auswahl)
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PRECHT und METZINGER im Gespräch über Gehirn und Bewusstsein
Ein geradezu historisches Gespräch (2011). Da es vor allem die Grundfragen in der Schnittmenge von Hirnforschung und Philosophie anspricht, ist es immer noch ganz aktuell. Und sehr spannend!
Christof KOCH bei Brian Green
sehr informativ und anregend; englisch
Einer der bekanntesten Neurowissenschaftler spricht über seine Erkenntnisse rund um das Geheimnis des bewussten Erlebens
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Thomas METZINGER bei Shane Farnsworth
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Einer der bekanntesten Neurowissenschaftler und Bewusstseinsforscher spricht über seine Erkenntnisse rund um das Geheimnis des bewussten Erlebens
GLOSSAR
Eine kurze Erklärung der wichtigsten Begriffe
- Dualismus: Die philosophische Vorstellung einer grundlegenden Trennung zwischen Geist und Materie. Der Text argumentiert, dass die Neurowissenschaft diese Vorstellung widerlegt.
- Neuronale Netze: Komplexe Verschaltungen von Nervenzellen im Gehirn, die Informationen verarbeiten. Laut Text bilden sie die Grundlage für alle Bewusstseinsprozesse.
- Evolutionärer Prozess: Die graduelle Entwicklung von Lebensformen über lange Zeiträume hinweg durch natürliche Auslese. Der Text betont, dass auch höhere kognitive Funktionen evolutionär entstanden sind.
- Plastizität: Die Fähigkeit des Gehirns, sich lebenslang an neue Anforderungen anzupassen und seine Strukturen und Funktionen zu verändern.
- ICH: Das Gefühl des eigenen Selbst oder der eigenen Person. Der Text betrachtet es als ein Ergebnis neuronaler Aktivität und nicht als separate Steuerungsinstanz.
- Libet-Experimente: Experimente, die darauf hindeuten, dass neuronale Aktivität, die einer Handlung zugrunde liegt, vor der bewussten Entscheidung für diese Handlung auftritt.
- Neuroreduktionismus: Ein kritischer Begriff, der die Tendenz der Neurowissenschaft kritisiert, komplexe menschliche Phänomene ausschließlich auf neuronale Prozesse zu reduzieren.
- Emergenz: Das Entstehen von neuen Eigenschaften oder Phänomenen auf höheren Organisationsebenen eines komplexen Systems, die nicht aus den Einzelbestandteilen abgeleitet werden können.
- Hard Problem der Bewusstseinsforschung: Die philosophische Frage, wie subjektives Erleben (Qualia) aus physikalischen Prozessen im Gehirn entstehen kann.
- Determinismus: Die philosophische Position, dass alle Ereignisse, einschließlich menschlicher Entscheidungen und Handlungen, kausal durch vorangegangene Ereignisse bestimmt sind.
- Qualia: Der subjektive, qualitative Aspekt des Erlebens, z.B. das Empfinden einer Farbe oder eines Schmerzes.
Alles erfasst?
Vielleicht haben Sie Lust zu überprüfen, ob Ihnen die wichtigsten Gedankengänge des Textes noch präsent sind. Zur Kontrolle können Sie die Ihre Antworten auf die folgenden Fragen überprüfen.
- Was versteht der Autor unter dem „Dualismus“ und wie betrachtet die Neurowissenschaft ihn?
- Wie erklärt der Text das menschliche Ich-Gefühl aus neurowissenschaftlicher Sicht?
- Was sind neuronale Netze und welche Rolle spielen sie im menschlichen Bewusstsein?
- Erläutern Sie die Bedeutung der neuronalen Plastizität gemäß dem Text.
- Was besagen die Libet-Experimente im Kontext der Willensfreiheit laut diesem Auszug?
- Wie begegnet der Autor dem Einwand, dass menschliches Verhalten nicht allein vom Gehirn bestimmt wird, sondern auch von externen Faktoren?
- Was bedeutet der Begriff „Emergenz“ im Kontext des Gehirns und wie wird er im Text diskutiert?
- Wie wird das Argument der „unklaren Richtung der Verursachung“ im Text behandelt?
- Warum ist laut dem Text das Konzept der individuellen Verantwortung trotz neurowissenschaftlicher Erkenntnisse sinnvoll?
- Was ist die „Hard Problem“ der Bewusstseinsforschung und wie wird es im Text angesprochen?
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