Resümee WELTZUGÄNGE
Mit diesem Kapitel wollten wir dem Umstand Rechnung tragen, dass Menschen zwar der Gegenstand von faktenbasierter naturwissenschaftlicher Forschung und Erkenntnis sein können, aber zum Menschsein natürlich auch Dimensionen gehören, die über rein rationale Zugänge hinausreichen.
Das ist insofern kein Widerspruch, als dass natürlich auch die Bedürfnisse nach Spiritualität, Transzendenz und Sinn – ebenso wie moralische Regeln und Verhaltensweisen – zum Thema von wissenschaftlichen Betrachtungen werden können.
Hier ging es aber nicht um eine solche Analyse. Vielmehr wurde verdeutlicht, dass bedeutsame kulturelle Phänomene wie Religionen, esoterische Praktiken oder diverse (andere) Methoden der Sinnsuche von den zuvor dargestellten Versuchen der WELTERKLÄRUNG zu unterscheiden sind.
Der Versuch, dem eigenen Leben, der Natur, einem höheren Wesen oder dem Universum einen – oft emotional gefärbten – inneren Bezug abzugewinnen, sollte eben nicht mit einem alternativen Erklärungsmodell verwechselt werden. Dort, wo das im Rahmen von irrationalen Welt- und Menschenbildern versucht wird, wurde das in diesem Text zurückgewiesen. Solche Versuche können im Wettbewerb mit empirischen Weltmodellen nicht bestehen.
Obwohl es natürlicherweise im Bereich der persönlichen WELTZUGÄNGE keine Vorschriften oder Verbote geben kann, haben wir uns doch die Freiheit herausgenommen, auf die Implikationen unterschiedlicher WELTZUGÄNGE einzugehen. Dabei wurde herausgearbeitet, dass – je nach dem Ausmaß von Irrationalität im spirituellen Bereich – Widersprüche mit einem ansonsten rationalem Weltbild entstehen könnten.
Da solche weltanschaulichen Dissonanzen dazu beitragen könnten, die Bereitschaft zu einer wissenschaftlichen Perspektive einzuschränken – eine solche Perspektive für die Lösung der großen Menschheitsprobleme aber dringend benötigt wird – werden hier WELTZUGÄNGE präferiert, die mit rationalen Sichtweisen gut vereinbar sind.
Bei den Überlegungen zur WELTGESTALTUNG werden die WELTZUGÄNGE eher im Hintergrund bleiben. Es ist ja gerade der Vorteil von wissenschaftlichen WELTERKLÄRUNGEN, dass sie unabhängig von persönlichen und kulturellen Vorannahmen und Vorlieben als Basis für die Regeln des Zusammenlebens gelten können.
Da jedoch gesellschaftliche Regeln nicht ohne eine ethische Fundierung auskommen, wurde am Ende dieser WELTZUGÄNGE nicht nur das Entstehen von Moralvorstellungen dargestellt, sondern auch ein Vorschlag für die im Weiteren zugrunde gelegten moralischen Maßstäbe gemacht.
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